Plastikmüll im Meer

 

Plastik ist über all, es ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. In fast jedem Produkt was wir täglich benutzen und verwenden befindet sich Plastik oder es ist aus Plastik. Ob es unsere Alltagsgegenstände sind oder es als Verpackung dient, zu 90 Prozent bestehen unsere Alltagsgegenstände aus Plastik und sind all gegenwärtig.

Ob in Kosmetik, im Duschbad, in der Zahnpasta oder in der Kleidung, Plastik ist überall zu finden. Das Fatale ist aber, dass viele Produkte nach nur einmaliger Benutzung gleich wieder im Müll landen.

 

Aufgrund dessen ist Plastik eines der größten Bedrohungen für uns Menschen und für unsere Umwelt geworden. Nicht nur das die beigemischten Inhaltsstoffe für uns gesundheitsschädlich sind, sondern auch weil Plastik so gut wie ewig hält, nicht verrottet und im Laufe seines Lebens in immer kleinere Teile zerfällt.

Weltweit gelangen jedes Jahr zwischen 6 und 8 Millionen Tonnen Müll ins Meer. Im Schnitt schwimmen bereits 100 bis 140 Millionen Tonnen Müll in unseren Meeren, wovon der größte Teil aus Plastikmüll besteht. Laut neusten Schätzungen landen stündlich ca. 670 Tonnen Müll im Meer, wovon gut die Hälfte aus reinem Plastikmüll besteht. Nur mal so zum Vergleich, die Menge ist so viel als würden jede Stunde 23 Müllwagen ihren Müll im Meer verklappen. 

Allein bei uns in der Nordsee befindet sich schätzungsweise ca. 600.000 m3 Müll auf dem Meeresboden und die traurige Tendenz ist, weiter steigend. Dieses globale Müllproblem wird uns und den kommenden Generationen in Zukunft noch vor riesige Herausforderungen stellen, die es zu lösen gibt.

Laut einer Studie wurden im Jahr 2010 durchschnittlich über 700 Müllteile je 100 Meter Küstenlinie gezählt, wovon 45 Prozent reiner Plastikmüll war. Es wurde hochgerechnet, das in jedem Quadratkilometer Ozean bis zu 18.000 Plastikteile schwimmen, das ist aber nur die Spitze vom Eisberg, denn über 70 Prozent des Plastikmülls zerbricht im Laufe der Zeit in immer kleiner werdende Teile und sinkt anschließend in die tiefen der Meere und bleibt uns so verborgen.

Einige Wissenschaftler sprechen schon von einer neuen Sedimentschicht, die sich am Meeresboden allmählich bildet. Geht der Trend so weiter, wird in absehbarer Zeit jedes 5 Sandkorn aus Mikroplastik bestehen.  

                                               

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch wie kommt der Müll dort hin?

 

Der größte Anteil gelangt über Flüsse und Uferbereiche in unsere Meere, wenn wir zum Beispiel unseren Müll einfach achtlos am Strand zurücklassen. Oder er wird durch Wind und Regen ins Meer eingetragen. Auch die weltweite Schifffahrt trägt ihren Teil dazu bei, durch ihr gelangt ca. 20 Prozent des Plastikmülls in unsere Meere.

Ein weiteres Problem sind Mülldeponien im küstennahen Bereich. Dort kommt es oft vor das der Müll durch Wind und Regen ins Meer eingetragen wird oder er durch Unachtsamkeit und durch falsches Abfallmanagement im Meer landet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es gibt aber auch Regionen, in dem es so gut wie gar keine Müllentsorgung gibt, hier ist zu beobachten, dass der Müll direkt dort entsorgt wird, wo er anfällt, egal ob am Strand, an Flussmündungen oder weiter im Binnenland. Entweder der Müll wird direkt vor Ort verbrannt, was die Umwelt ebenfalls extrem belastet, er wird vergraben oder einfach liegengelassen. Durch die verschiedensten Witterungseinflüsse wie Wind oder Regen gelangt nun so ebenfalls der Müll nur über Umwege ins Meer.    

Ein weiteres gutes Beispiel sind unsere Strände an Nord und Ostsee, wenn wir dort Urlaub machen und vormittags zum Strand gehen, sehen wir einen sauberen und aufgeräumten Strand, hier lässt es sich doch aushalten.

Doch was kaum jemand weiß, ist, dass in den frühen Morgenstunden, wenn die meisten von uns noch schlafen, die Strände gereinigt werden. Jeden Morgen wird dort tonnenweise Müll vom Vortag eingesammelt und entsorgt. Würde man es nicht tun und ihn einfach dort liegen lassen, würde es dort nach einer Woche aussehen wie auf einer Müllhalde.

Wie man sieht, es teils ein hausgemachtes Problem, welches wir durch unser eigenes Fehlverhalten zum Teil selbst verursachen. Ich bin der Meinung, wenn jeder mit seinen Müll sorgsam umgeht und ihn fachgerecht entsorgt oder erst gar keinen unnötigen Müll produziert hätten wir global gesehen ein Problem weniger und in unseren Meeren wäre mindestens 50 Prozent weniger Müll.      

Auch Mikroplastik aus Kosmetik ist eine tickende Zeitbombe, es gelangt über Kläranlagen in unsere Flüsse und von dort ins Meer. Mikroplastik ist in vielen Kosmetik- und Körperpflegeprodukten enthalten wie Duschbad, Peelings oder Zahnpasta. Durch den täglichen Gebrauch dieser Produkte gelangt es so über die Kanalisation in unsere Kläranlagen wo es nicht abgebaut werden kann. Später wird das vermeintliche saubere Brauchwasser der Kläranlagen in Flüsse geleitet und so landet Mikroplastik letztendlich auch im Meer.

 

Das Gleiche geschieht beim Waschen unserer Kleidung. Wenn wir Kleidung die aus Polyester oder Polyacryl besteht waschen, wie z. B. Fleecebekleidung, lösen sich bei jedem Waschgang bis zu 2.000 Kunstfasern aus der Kleidung. So gelangen ebenfalls Mikroplastikfasern ins Abwasser, diese können auch nicht von den Kläranlagen herausgefiltert werden und landen ebenfalls im Meer.

Kommen wir kurz zurück zum Plastikmüll, ist der Plastikmüll nach seiner langen Reise erst einmal im Meer angekommen, beginnt er dort sein zerstörerisches Werk. Da der Plastikmüll aufgrund seiner Zusammensetzung praktisch ewig haltbar ist, löst er sich auch nicht auf, er wird nur immer kleiner und verbleibt so bis zu 450 Jahre im Meer.

Diese kleinen Plastikteile, sowie Mikroplastik, werden dann von Seevögeln, Säugetieren, Fischen und Kleinstlebewesen aufgenommen, da sie die kleinen Plastikteile von natürlicher Nahrung nicht unterscheiden können.

Hinzu kommt das die Plastikteile im Meer, Giftstoffe die im Wasser gelöst sind wie ein Schwamm aufnehmen und an sich speichern. 

Nehmen die Meeresbewohner nun durch Verwechslung diese Teile auf, verhungern sie mit vollen Plastikmägen und sterben an dessen Folgen oder erleiden erhebliche Gesundheitsschäden durch die Giftstoffe am Plastik.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch die Fortpflanzung der Meereslebewesen ist durch die Aufnahme von Plastik gefährdet. Denn in Plastik befindet sich Bisphenol A (BPA) ein künstliches Hormon, das zur Herstellung von Plastik verwendet wird. Dieses Hormon steht im Verdacht Krebs auszulösen und die Fortpflanzung zu beeinträchtigen, zu stören oder gar zu verhindern.

Wir sollten nicht vergessen, dass wir es sind, die am Ende der Nahrungskette stehen. Essen wir nun Fisch oder Meeresfrüchte die vorher Plastik oder Plastikteile aufgenommen haben, gelangen so die Giftstoffe auch in unseren Körper und können so unserer Gesundheit schaden.

 

 

Plastikinseln 

 

 

Dadurch das in den letzten 50. Jahren eine unvorstellbare große Menge Plastikmüll in unseren Weltmeeren gelangt ist, haben sich weltweit schon riesige Müllstrudel oder man kann auch sagen, Plastikinseln gebildet.

Diese Inseln entstehen aufgrund der weltweit existierenden Meeresströmungen auf unseren Planeten, die durch die unterschiedlichsten Bedingungen entstehen, und wie ein natürlicher Kreislauf funktionieren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wird Müll nun von dieser Strömung erfasst, treibt er so eine Ewigkeit in der Strömung herum, wobei der größte Teil ca. 70 Prozent irgendwann in die Tiefen des Meeres hinabsinkt.

Der Müll, der in den Strömungen aber gefangen bleibt, bildet letztendlich die sogenannten Plastikinseln. Der meiste Müll in diesen Plastikinseln schwimmt kurz unter der Wasseroberfläche, bis in tiefen von 30 Metern. Daher sind diese Plastikinseln oder sogenannten Müllstrudel auch nicht vom Flugzeug aus zu erkennen. Selbst mithilfe von Satelliten sind diese Plastikansammlungen sehr schwer bis gar nicht zu erkennen.

Würde man mit einem Schiff durch die Müllstrudel oder Plastikinseln fahren, würde man nur große Stücke wahrnehmen. Deshalb waren sie auch die längste zeit unentdeckt geblieben und wurden erst in den letzten Jahren entdeckt.

Zurzeit geht man weltweit von fünf Müllstrudeln in den Ozeanen aus, einem im Nordpazifik, einem im Südpazifik, einem im Nordatlantik, einem im Südatlantik und einem im Indischen Ozean.

 

Laut neusten wissenschaftlichen Berichten wird auch ein sechster Müllstrudel im Nordpolarmeer vermutet.    

 

Der zurzeit meist erforschte Müllstrudel befindet sich im Nordpazifik. Seine Größe wird mit 700.000 bis zu 15.000.000 Quadratkilometern geschätzt. Diese Fläche ist größer als Europa. Zum Vergleich, Europa hat eine Fläche von rund 10.800.000 Quadratkilometern.

Die Mülldichte im Nordpazifik liegt bei etwa 1. Millionen Partikel pro Quadratkilometer.

Auch der Müllstrudel im Nordatlantik hat ein gewaltiges Ausmaß vergleichbar mit der Größe Kubas.

 

 

Plastik und die Gefahr für uns Menschen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch Plastik und Mikroplastik im Meer werden nicht nur die dort lebenden Lebewesen geschädigt, sondern auch wir Menschen. Denn das Mirkroplastik reichert sich auch in unseren Speisefischen an. Nehmen wir nun den Fisch in uns auf, gelangen auch die beigemischten Inhaltsstoffe, die sich im Plastik befinden, in unseren Körper.

Dort angekommen wirken diese Stoffe ähnlich wie Hormone und stören somit unser Hormonsystem. Für Kinder sind die Gefahren noch nicht richtig abzuschätzen und was sie dort auslösen, da es noch keine Langzeitstudien gibt.

Was wiederum schon bewiesen wurde, ist, das durch die Inhaltsstoffe die dem Plastik beigemischt wurden wie z. B. BPA (Bisphenol A) Krebserkrankungen und Unfruchtbarkeit bei Männern vorkommen können.   

 

 

 

Was können wir tun?

 

 

Jeder, der das hier liest, wird sich nun fragen, was kann ich denn tun? Ich kann doch sowieso nicht ändern.

 

Das stimmt aber nicht. Jeder Einzelne von uns kann was tun, denn wir haben es in der Hand, ob wir die Meere weiter verschmutzen und ein Erbe unbekannten Ausmaßes an die kommenden Generationen weitergeben oder ob wir versuchen, was zu ändern.

Allein wenn wir unser tägliches Konsumverhalten ändern und umstellen, können wir schon viel erreichen. Wir sollten auf möglichst viele Plastikverpackungen verzichten oder auf Alltagsgegenstände aus Plastik. Damit schonen wir nicht nur unsere Ressourcen und unsere Umwelt, sondern schonen auch unsere Gesundheit.

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  • Achten Sie beim Einkauf auf möglichst plastikfreie Verpackungen im Lebensmittelbereich. 

  • Kaufen Sie lieber lose Waren, soweit es möglich ist, oder kaufen Sie Lebensmittel in Gläsern, Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

  • Getränke in Mehrwegflaschen aus Glas sind gesünder und schonen die Umwelt.

  • Benutzen Sie lieber Stofftaschen, die man mehrmals wiederverwenden kann anstatt Plastiktüten.

  • Überlegen Sie beim Einkaufen, ob Sie die Produkte wirklich brauchen oder ob es Alternativen zu diesem Produkt gibt.

  • Achten Sie beim Kauf von Kosmetika auf die Inhaltsstoffe und ob dort auf Mikroplastik verzichtet wurde. Sollte es doch so sein, gibt es meistens immer eine andere Alternative.

  • Anstatt Duschbad oder Shampoo benutzen Sie lieber Seife, die gibt es in den verschiedensten Variationen. Sie sparen nicht nur jede Menge leerer Plastikdosen, sondern sind meist auch hautverträglicher.

    

  • Wenn Sie beim Bäcker Brot kaufen, lassen Sie Ihre Ware in Papiertüten einpacken anstatt in Plastiktüten.

  • Eine Alternative zu den normalen Zahnbürsten aus Plastik sind Zahnbürsten, welche aus Bambus hergestellt wurden, sie Reinigen die Zähne genauso gut und sind zu 100 Prozent kompostierbar und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

  • Ein guter Zahnpastaersatz ist Kokosfett, dass reinigt super Ihre Zähne und ist viel gesünder.

  • Versuchen Sie Plastikgeschirr und Besteck, soweit es geht zu vermeiden.

  • Lassen Sie Ihren Müll nicht einfach irgendwo liegen, sondern entsorgen Sie ihn sachgerecht.

  • Tauschen Sie sich mit anderen aus, um neue Tipps zu bekommen, oder geben Sie Ihre Tipps weiter.

Das sind nur einige Vorschläge, es gibt eine Menge an Möglichkeiten, wie man was verändern kann. Wir wollen auch niemanden vorschreiben oder diktieren, wie er zu leben hat oder wie er leben soll, das muss jeder Einzelne für sich selbst entscheiden.

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