Plastikmüll im Meer

 

Plastik ist über all, es ist aus unserem Alltag kaum noch wegzudenken. In fast jedem Produkt was wir täglich benutzen oder verwenden befindet sich Plastik. Ob es Alltagsgestände sind, als Verpackung dient oder wir es als Coffee to go Becher benutzen, Plastik ist all gegenwertig.

Auch in unserer Kosmetik, im Duschbad, in der Zahnpasta oder in der Kleidung, ist Plastik zu finden. Das Fatale ist aber, dass es meist nach nur einmaliger Benutzung gleich wieder im Müll landet.

 

Aus diesem Grund ist Plastik eines der größten Bedrohungen für uns Menschen und der Umwelt geworden. Nicht nur weil es durch seine beigemischten Inhaltstoffe gesundheitsschädlich ist, sondern auch weil es so gut wie ewig hält, dadurch entstehen für uns riesige Probleme.

Jährlich sind es weltweit fast 6 Millionen Tonnen Kunststoffmüll, die in unsere Meere gelangen. Laut neusten Berechnungen landen sogar stündlich ca. 670 Tonnen Müll im Meer, wovon gut die Hälfte aus reinem Plastikmüll besteht. Dieses globale Müllproblem stellt uns in Zukunft vor riesige Herausforderungen, die es zu lösen gibt.

Laut einer Studie von 2010 wurden durchschnittlich über 700 Müllteile je 100 Meter Küstenlinie gezählt, wovon 45 Prozent Plastikmüll war. Hinzu kommt das in jedem Quadratkilometer Ozean bis zu 18.000 Plastikteile schwimmen, das ist aber nur die Spitze vom Eisberg, denn über 70 Prozent des Plastikmülls sinkt in die Tiefe der Meere und bleibt uns so verborgen.

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                         Quelle: Meeresatlas/Heinrich-Böll-Stiftung

 

 

Doch wie kommt der Müll dort hin?

 

Der größte Anteil gelangt über Flüsse und die Uferbereiche in unsere Meere. Mann schätzt auch das rund 20 Prozent des Plastikmülls durch die Schifffahrt ins Meer gelangt.

Ein weiterer Großteil des Plastikmülls landet durch Unachtsamkeit an den Küsten direkt ins Meer, dass gleiche gilt auch fürs Binnenland. Dort landet der Plastikmüll erst in die Flüsse und später bis ins Meer.

Ein weiteres Problem sind Mülldeponien, die sich im Küstennahen Bereichen befinden, auch dort gelangt der Müll durch Unachtsamkeit und falsches Abfallmanagement ins Meer.

 

 

 

 

 

 

 

 

In den Regionen, wo es so gut wie keine Müllentsorgung gibt, ist zu beobachten, dass der Müll direkt dort entsorgt wird, wo er anfällt, egal ob am Strand, an Flussmündungen oder weiter im Binnenland.

Durch die verschiedensten Witterungseinflüsse wie Wind oder Regen gelangt dann so der Müll auch ins Meer.   

Ein gutes Beispiel sind unsere Strände an Nord und Ostsee, wenn wir dort Urlaub machen und vormittags zum Strand gehen, sehen wir einen sauberen und aufgeräumten Strand, hier lässt es sich aushalten.

Doch was kaum jemand weiß ist, dass in den frühen Morgenstunden, wenn die meisten von uns noch schlafen, die Strände gereinigt werden. Jeden Morgen wird dort tonnenweise Müll vom Vortag eingesammelt und entsorgt. Würde man es nicht tun würde es dort nach einer Woche aussehen wie auf einer Müllhalde.

Wie man sieht, ist es ein hausgemachtes Problem, welches wir durch unser eigenes Fehlverhalten zum Teil selbst verursachen.    

Auch Mikroplastik ist eine tickende Zeitbombe, es gelangt teilweise durch Flüsse in unsere Meere. Mikroplastik ist in vielen Kosmetik- und Körperpflegeprodukten enthalten und gelangt durch die Kanalisation in Flüsse und letztendlich ins Meer, weil die Kläranlagen die Mikroplastikteile nicht herausfiltern können.  

Ebenso beim Waschen unserer Kleidung gelangt Mikroplastik ins Meer. Wenn wir Kleidung die aus Polyester oder Polyacryl bestehen waschen, wie z. B. Fleecebekleidung, lösen sich bei jedem Waschgang bis zu 2.000 Kunstfasern aus der Kleidung. So gelangen ebenfalls Mikroplastikfasern ins Abwasser, diese können dann wiederum auch nicht von den Kläranlagen herausgefiltert werden und landen letztendlich im Meer.

Kommen wir zurück zum Plastikmüll, ist der Plastikmüll nach seiner Reise erst einmal im Meer angekommen, beginnt er sein zerstörerisches Werk. Da der Plastikmüll aufgrund seiner Zusammensetzung praktisch ewig haltbar ist, löst er sich auch nicht auf und verbleibt so bis zu 450 Jahre im Meer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Meer angekommen ist der Plastikmüll vielen Faktoren ausgesetzt wie Sonneneinstrahlung, Seegang oder Reibung durch Wind. Dadurch teilt sich aber der Plastikmüll in immer kleiner werdende Teile, die dann zu einem riesigen Problem für die Meeresbewohner und uns Menschen werden.  

Diese kleinen Plastikteile, sowie Mikroplastik, werden dann von Seevögeln, Säugetieren, Fischen und Kleinstlebewesen aufgenommen, da sie die kleinen Plastikteile von natürlicher Nahrung nicht unterscheiden können.

Hinzu kommt das die Plastikteile im Meer, Giftstoffe die im Wasser gelöst sind wie ein Schwamm aufnehmen und an sich speichern. 

Nehmen die Meeresbewohner nun durch Verwechslung diese Teile auf, verhungern sie mit vollen Plastikmägen und sterben an dessen Folgen oder erleiden erhebliche Gesundheitsschäden durch die Giftstoffe am Plastik.

Auch die Fortpflanzung der Meereslebewesen ist gefährdet, wenn sie Plastikteile aufnehmen, denn in Plastik befindet sich Bisphenol A (BPA) ein künstliches Hormon, das zur Herstellung von Plastik verwendet wird. Dieses Hormon steht im Verdacht Krebs auszulösen und die Fortpflanzung zu beeinträchtigen, zu stören oder gar zu verhindern.

Was wir nicht vergessen sollten, dass wir am Ende der Nahrungskette stehen. Essen wir nun den Fisch oder die Meeresfrüchte gelangen die Gifte auch in unseren Körper und können so unsere Gesundheit schädigen.

 

 

Plastikinseln

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                                                          

 

 

 

 

 

                                                                                                                                           Quelle: Meeresatlas/Heinrich-Böll-Stiftung

 

 

Dadurch das in den letzten 50. Jahren eine unvorstellbare große Menge Plastikmüll in unseren Weltmeeren gelangt ist, haben sich weltweit schon riesige Müllstrudel oder man kann auch sagen, Plastikinseln gebildet.

Diese Inseln entstehen im Zusammenhang mit den Weltweiten existierenden Meeresströmungen auf unserer Erde. Es gibt in unseren Meeren riesige Strömungen die durch die unterschiedlichsten Bedingungen entstehen, und wie ein Kreislauf funktionieren.

Gelangen nun Plastikteile in diese Strömungen, werden sie von ihr erfasst und treiben so eine Ewigkeit in ihr herum, wobei ein Großteil des Mülls irgendwann in die Tiefen des Meeres hinabsinkt.

Der Müll, der in der Strömung aber gefangen ist, wird dann zu den sogenannten Plastikinseln. Der meiste Müll in den Plastikinseln schwimmt kurz unter der Wasseroberfläche, bis in tiefen von 30 Metern je nach Wetterlage. Daher ist er vom Flugzeug aus oder mit Satelliten sehr schwer bis gar nicht zu erkennen.

 

 

 

 

 

 

 

Würde man mit einem Schiff durch die Müllstrudel oder Plastikinseln fahren, würde man nur große Stücke wahrnehmen. Deshalb wurden sie auch erst in den letzten Jahren entdeckt.

Zurzeit geht man weltweit von fünf Müllstrudeln in den Ozeanen aus, einem im Nordpazifik, einem im Südpazifik, einem im Nordatlantik, einem im Südatlantik und einem im Indischen Ozean.

   

Der zurzeit meist erforschte Müllstrudel ist der im Nordpazifik. Seine Größe wird von 700.000 bis zu 15.000.000 Quadratkilometern geschätzt. Diese Fläche ist größer als Europa. Zum Vergleich, Europa hat eine Fläche von rund 10.800.000 Quadratkilometern.

Die Mülldichte im Nordpazifik liegt bei etwa 1. Millionen Partikel pro Quadratkilometer.

Auch der Müllstrudel im Nordatlantik hat ein gewaltiges Ausmaß von der Größe Kubas.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Plastik und die Gefahr für uns Menschen!

Durch Plastik und Mikroplastik im Meer werden nicht nur die dort lebenden Lebewesen geschädigt, sondern auch wir Menschen. Denn das Mirkroplastik reichert sich auch in unseren Speisefischen an. Nehmen wir nun den Fisch in uns auf, gelangen auch die beigemischten Inhaltsstoffe, die sich im Plastik befinden, in unseren Körper.

Dort angekommen wirken diese Stoffe ähnlich wie Hormone und stören somit unser Hormonsystem. Auch für Kinder sind die Gefahren noch nicht richtig abzuschätzen und was sie dort auslösen.

Was wiederum schon bewiesen wurde, ist das Krebserkrankungen und Unfruchtbarkeit bei Männern vorkommen können durch die Inhaltsstoffe, die dem Plastik beigemischt wurden, wie z. B. BPA (Bisphenol A).  

 

 

 

Was können wir tun?

 

 

Jeder, der das hier liest, wird sich nun fragen was kann ich denn tun? Ich kann doch sowieso nicht ändern.

 

Das stimmt aber nicht. Jeder Einzelne von uns kann was tun, denn wir haben es in der Hand, ob wir die Meere weiter verschmutzen und ein Erbe unbekannten Ausmaßes an die kommenden Generationen weitergeben oder ob wir versuchen was zu ändern.

Allein wenn wir unser tägliches Konsumverhalten ändern und umstellen, können wir schon viel erreichen. Wir sollten auf möglichst viele Plastikverpackungen verzichten oder auf Alltagsgegenstände aus Plastik. Damit schonen wir nicht nur unsere Ressourcen und unsere Umwelt, sondern schonen auch unsere Gesundheit.

  • Achten Sie beim Einkauf auf möglichst plastikfreie Verpackungen im Lebensmittelbereich. 

  • Kaufen Sie lieber lose Waren, soweit es möglich ist oder kaufen Sie Lebensmittel in Gläsern, Ihre Gesundheit wird es Ihnen danken.

  • Getränke in Mehrwegflaschen aus Glas sind gesünder und schonen die Umwelt.

  • Benutzen Sie lieber Stofftaschen, die man mehrmals wiederverwenden kann anstatt Plastiktüten.

  • Überlegen Sie beim Einkaufen, ob Sie die Produkte wirklich brauchen oder ob es Alternativen zu diesem Produkt gibt.

  • Achten Sie beim Kauf von Kosmetika auf die Inhaltsstoffe und ob dort auf Mikroplastik verzichtet wurde. Sollte es doch so sein, gibt es meistens immer eine andere Alternative.

  • Anstatt Duschbad oder Shampoo benutzen Sie lieber Seife, die gibt es in den verschiedensten Variationen. Sie sparen nicht nur jede Menge leerer Plastikdosen, sondern sind meist auch Hautverträglicher.

    

  • Wenn Sie beim Bäcker Brot kaufen, lassen Sie Ihre Ware in Papiertüten einpacken anstatt in Plastiktüten.

  • Eine Alternative zu den normalen Zahnbürsten aus Plastik sind Zahnbürsten, welche aus Bambus hergestellt wurden, sie Reinigen die Zähne genauso gut und sind zu 100 Prozent kompostierbar und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt.

  • Ein guter Zahnpastaersatz ist Kokosfett, dass reinigt super Ihre Zähne und ist viel gesünder.

  • Versuchen Sie Plastikgeschirr und Besteck, soweit es geht zu vermeiden.

  • Lassen Sie Ihren Müll nicht einfach irgendwo liegen, sondern entsorgen Sie ihn sachgerecht.

  • Tauschen Sie sich mit anderen aus um neue Tipps zu bekommen oder geben Sie Ihre Tipps weiter.

Das sind nur einige Vorschläge, es gibt eine Menge an Möglichkeiten, wie man was verändern kann. Wir wollen auch niemanden vorschreiben oder diktieren, wie er zu leben hat oder wie er leben soll, dass muss jeder Einzelne für sich selbst entscheiden.

Die Grafiken stammen aus dem Meeresatlas von der Heinrich Böll Stiftung. 

Für mehr Informationen klicken Sie auf den folgenden Link: Meeresatlas

 

 

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